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update 7.2.2010/wymp

Bern

Geschichte und Ausblick

 

Bernmobil; die Verkehrsbetriebe meiner Heimatstadt. Ich versuche die Trams unserer Stadt aus den verschiedensten Optiken abzulichten. Sie gehören zum gewohnten Stadtbild, vielleicht ein Grund, weshalb sie mir lange gar nicht richtig aufgefallen sind.  Man sieht sie, benutzt sie ohne ihnen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Das soll sich nun ändern. Besonders reizvoll finde ich die verschiedenen Werbeanstriche. Beim Ordnen der Bilder ist mir aufgefallen, wie viele originelle Werbeanstriche in Bern bereits existierten, die man schnell vergisst. Auch an den Bildern mit Fahzeugen, die noch den alten SVB-Anstrich aufweisen habe ich Freude. Da kommen bei mir nostalgische Gefühle auf.

 

Ein wenig Geschichte:

Der öffentliche Verkehr in Bern begann 1871 mit einer kurzen Omnibuslinie in der Innenstadt bis zum Bärengraben. Nach der Inbetriebnahme weiterer Buslinien wurde 1888 die "Berner Tramway Gesellschaft" gegründet, welche 1890 eine erste Tramlinie mit einem Lufttram zwischen dem Bärengraben und Friedhof in Betrieb nahm. 1900 wurden weitere Linien in Betrieb genommen, die mit dem heute noch zu besonderen Anlässen verkehrenden Dampftram bedient wurden. Die Stadt Bern wurde Eigentümerin der Tramlinien und es entstand die "Städtische Strassenbahn" (SSB).

 

1947 wurden die beiden Gesellschaften SSB und Stadt-Omnibus Bern) zu den Städtischen Verkehrsbetrieben (SVB) zusammengeschlossen.  In den 50er Jahren wurde auch in Bern, wie in andern Schweizer Städten die Exixtenz der Strassenbahn in Frage gestellt. Obwohl einige Linien aufgehoben und durch Busse oder Trolleybusse ersetzt wurden, hat man sich in Bern für die Erhaltung wichtiger Linien entschieden. Heute hat sich das Blatt endgültig zur Förderung des Trams gewendet.

 

Mit der Einweihung des neuen Bahnhofplatzes mit dem neuen Trambahnhof, überdacht mit dem sog. "Baldachin" (Stahlkonstruktion mit Glasdach), dem "Tram West", welches im Bau ist sowie der Aussicht auf weitere Tramlinien, hat das Tramzeitalter in Bern erst richtig begonnen.

 

Was bringt die Zukunft?

 

Für die oben angesprochene Tramzukunft in Bern steht in erster Linie das "Tram-West". Der Start dieses Projektes wurde am 16. Mai 2004 vorerst gestoppt als die Bevölkerung des Kantons Bern den nötigen Staatsbeitrag mit 50,4% ablehnte. Bald nehmen die Initianten einen neuen Anlauf, worauf die Stadtberner 2006 mit 70,3% zu 29.7% dem Beitrag der Stadt Bern von CHF 26 Mio zustimmten. Endgültig genehmigt wurde das Projekt am  17. Juni 2007 als auch die kantonale Abstimmung einen 69% Ja-Stimmen-Anteil zu Gunsten des "Tram-West" ergab.

 

Nun sind die Bauarbeiten im Gang (abgesehen vom Unterbruch im Winter) und dauern voraussichtlich bis Oktober 2010. Im Dezember 2010 soll die Inbetriebnahme der neuen Tramlinie gefeiert werden können. Die Linienführung verfolgt mit einigen Ausnahmen weitgehend die Linienführung der heute überlasteten Trolley-Buslinien 13 und 14 nach Bümpliz bzw. Bethlehem/Brünnen.

 

Im Norden Berns ist die Verlängerung der Tramlinie 9 vom Guisanplatz bis zum Bahnhof Wankdorf vorgesehen. Zusammen mit der kürzlich durch das Volk gutgeheissenen neuen Verkehrsführung mit aufwendiger baulichen Veränderung des Wankdorfplatzes wird die Tramlinie um das "Stade de Suisse - Wankdorf" herumgeführt, um dann beim Bahnhof Wankdorf die Pendler aufnehmen zu können, die nicht über den Hauptbahnhof Bern fahren möchten und die Arbeitplätze im Norden Berns erreichen möchten. Damit wird etwas wieder erreicht, was in den 60er Jahren noch Wirklichkeit war, nämlich die unmittelbare Erschliessung des Wankdorfstadions bzw. "Stade de Suisse". Persönlich kann ich mich noch daran erinnern, dass dort die Trams nach den Länderspielen und den Spielen des BSC Young-Boys reihenweise auffuhren und mit  Matchbesuchern wie Sardinenbüchsen aufgefüllt wurden.

 

Weitere Projekte:

 

  • Umstellung der Buslinie 10 von Schliern/Köniz nach Ostermundigen Rüti als Tramlinie: Der Bund ist bereit dieses Projekt mit CHF 31.5 Mio zu unterstützen. Wie der Kanton Bern am 13. Januar 2009 in einer Medienmitteilung bekannt gab, soll bis Ende 2010 ein Vorprojekt vorliegen und der Baubeginn ist 2014 vorgesehen.  Dabei werden einige bauliche Knacknüsse zu lösen sein. Interessant ist insbesondere, wie der in Aussicht gestellte Tiefbahnhof and der Endstation Rüti in Ostermundigen aussehen wird. Das Tram kann nämlich die dort vorliegende Steigung nicht bewältigen. 
  • Die Verlängerung der Tramlinie von der Endstation Wabern bis nach Kleinwabern wird vom Bund nicht finanziell unterstützt, was einem mindestens vorläufigen Verzicht gleichkommt. Es gibt allerdings Bestrebungen verstärkt durch namhafte Vertretungen aus der Politik, die sich weiter für eine finanzielle Unterstützung durch den Bund einsetzen. Zudem ist eine neue S-Bahnhaltestelle Kleinwabern geplant.

     

 

        

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