update: 20. Dezember 2011

Genf - Genève


Genf liegt nahe an der Grenze zu Frankreich, im äussersten Südwesten der Schweiz am Ausfluss der Rhone aus dem Genfersee. Diese Stadt mit  internationalem Charakter ist die zweitgrösste der Schweiz und beherbergt den Hauptsitz von ca. 20 internationalen Organisationen. Allen voran befindet sich der europäische Sitz der UNO und die Hauptsitze mehrerer UNO-Organisationen, wie die WHO, UNICEF, UNHCR, etc. in Genf. Weltweite Bedeutung geniesst Genf aber auch durch das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK), das sich seit der Gründung im Jahre 1863 durch den Genfer Henri Dunant in Genf befindet.

 

Genf ist in den letzten Jahrzehnten sehr stark gewachsen. Es entstanden riesige Siedlungen am Stadtrand und in den Vorortsgemeinden, die erschlossen werden wollen. Deshalb erlebte auch Genf, wie viele andere europäischen Metropolen, einen rasanten Ausbau des ÖV.

 

 

Etwas Geschichte 

Die Gründung der Strassenbahn in Genf geht auf das Jahr 1862 zurück als zwischen der Place Neuve und Carouge erstmals eine Pferdestrassenbahn verkehrte. Nach einer Dampfstrassenbahn 1889 folgte im Jahr 1894 die elektrische Strassenbahn. Im Jahre 1899 erfolgte die Gründung der Compagnie Genevoise des Tramways Electriques (CGTE). 1923 umfasste das Streckennetz 120 km mit Strecken ins Umland, teilweise bis nach Frankreich. Doch bereits ab 1925 wurde das Netz sukzessive geschrumpft und mit Autobussen ersetzt, bis es 1969 nur noch eine Tramlinie von 8 km von Moillesulaz bis Carouge umfasste. 

 

Am 1. Januar 1977 wurde Transports Publics Genevois (TPG) als selbständiger Regiebetrieb des Kantons Genf ins Leben gerufen. Anschliessend begann auch in Genf die Tramrenaissance. In den 80er, 90er und insbesondere nach dem Jahr 2000 wurden verschiedene neue Tramlinien in Betrieb genommen.

 

Das Streckennetz

Vor dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 gab es in Genf 7 Tramlinien (Nr. 12, 13, 14, 15, 16, 17). Im Sinne einer Vereinfachung wurden einzelne Linien so zusammengelegt, dass die Abschnitte auf drei Linin zusammengefasst werden konnten. Dies Zusammenlegungen von Linien konnte deren Anzahl auf drei reduziert werden, wobei Teile einzelner Linien in mehrere Streckenteile aufgeteilt und im Zentrum wieder zusammengeführt werden. Ebenfalls auf den Fahrplanwechsel vom 11. Dezember 2011 hin konnte die Teilstrecke der Linie 14 von Stand bis Bernex P+R in Betrieb genommen werden.

 

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Tram-Streckennetz tpg 2014
Quelle: wikipedia

Alle Linien sind Durchmesserlinien. Sie führen entweder über den Hauptbahnhof Genf-Cornavin oder über "Plainpalais" dem grossen Platz im Zentrum der Stadt. Die ersten Linien sind gegenüber den neueren noch mit Wendeschleifen versehen. So sind in Genf die neueren Tramtypen Zweirichtungsfahrzeuge.

 

Linie

Strecke

12

Palettes – Bachet-de-Pesay - Carouge - Augustins – Plainpalais – Bel-Air – Rive – Moillesulaz

14

P+R Bernex – Onex – Petit-Lancy – Stand – Gare Cornavin – Avanchet – Meyrin-Gravière

15

Palettes – Acacias – Plainpalais – Stand – Gare Cornavin – Nations

18

Carouge - Augustins – Plainpalais – Bel-Air – Gare Cornavin – Avanchet – CERN


 Gegenwärtig befinden noch die Verlängerung Stand bis Bernex in Bau.

 

Noch in der Planungsphase bzw. noch nicht im Bau befindet sich die Strecke:

  • Trefle-Blanc nach Saint-Julien-en-Genevois
  • CERN bis Saint-Genis
  • Moillesulaz bis Annemasse (F)
  • Nations bis Ferney-Voltaire

Persönliche Eindrücke

Angenehmes Intérieur der Genfer Trams.
Angenehmes Intérieur der Genfer Trams.

Ich habe auf meinen Erkundungen in Genf eine sehr angenehme Tramwelt entdeckt. Man spürt die Aufbruchstimmung, die nach wie vor bei den TPG für den Ausbau des Tramnetztes besteht. Die Tramlinien fügen sich sehr gut in die Stadt ein, sei dies nun in der engen Innenstadt als auch auf den grosszügigen, langen, geraden Ausfallstrassen am Stadtrand und in den Vorortsgemeinden. Namentlich auf der langgezogenen Route de Meyrin im Gebiet des Flughafens ist das Tram in den Verkehr optimal eingegliedert. Es verfügt zwischen den Fahrbahnen ein eigenes Trassé. Die Haltestellen sind mittig angebracht, so dass der Ausstieg häufig auch links ist. Die Fahrzeuge in Genf verfügen daher auch beidseitig Türen und sind, mindestens die neueren Typen, Zweirichtungsfahrzeuge.

Das Intérieur der Fahrzeuge ist sehr hell und farblich ansprechend gestaltet. Im Vergleich zu anderen "Weltstädten" sind die Fahrzeuge auch sehr sauber und kaum durch Vandalismus beschädigt.

Politische Werbung im Hinblick auf Wahlen in Genf.
Politische Werbung im Hinblick auf Wahlen in Genf.

 

Auffallend ist, dass in Genf verhältnismässig viele Werbetrams verkehren. Politische Werbung mit einem Werbetram zu machen, war für mich aber neu. Am 13.März 2011  haben in den Gemeinden des Kantons Genf Wahlen stattgefunden und eine Partei hat auf diese Art für ihre Sache geworben. 


Angesichts der raschen Entwicklung des Tramnetzes in Genf, wird es kaum sehr lange dauern, bis ich wieder mal nach Genf reise, um in Wort und Bild festzuhalten, was sich neues tut.