San Francisco

Die Bilder aus San Francisco haben mir meine Tochter Regula und ihr Mann Pietro aus den USA mitgebracht. Ihnen sei hier ganz herzlich gedankt.

San Francisco und das gesamte Einzugsgebiet der San Francisco Bay Area mit den angrenzenden Gebieten  verfügt über ein gut ausgebautes Netz verschiedenster Verkehrsmittel des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). In meiner Beschreibung beschränke ich mich auf die schienengebundenen Bahnsysteme. Meine Recherchen haben gezeigt, dass das Netz auch für Einheimische nicht immer sehr kundenfreundlich gestaltet ist. Die Verbindungen sind zwar sehr dicht und gut bedient aber es existiert kein integriertes Tarifsystem. Seit 2010 gibt es nun nebst diverser Touristentickets die Smartcard „Clipper“, welche die Benutzung der meisten Verkehrsmittel übergreifend ermöglicht.

 

Nebst den überregionalen AMTRAK-Verbindungen gibt es drei in der Art und Zweck unterschiedliche Bahnsysteme:

San Francisco Municipal Railway

San Francisco Cable Cars

BART Bay Area Rapid Transit in San Francisco


San Francisco Municipal Railway

Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia

 

Muni Metro wird dieses schienengebundene Verkehrsmittel bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Mischform von Stadtbahn, Strassenbahn und Metro. Das Netz umfasst ingesamt 115 km. Die 6 Linien verkehren ober- und unterirdisch. Zentrales Herzstück ist ein zentraler Tunnel, der 9 Stationen und 2 Abschnitte umfasst. Der erste Abschnitt ist der "Twin Peaks Tunnel", der bereits seit 1918 besteht und von 4 der 6 Linien befahren wird. Der zweite Abschnitt ist der "Central Subway und wird von allen 6 Linien sowie von den BART-Zügen befahren.

 

Der Netzplan

 

Muni Metro.png

 

Linien

  Linie Inbetrieb-
nahme
Endhaltestellen
J Church logo.png J Church 1917 Embarcadero Balboa Park/BART
K Ingleside logo.png K Ingleside 1918 Embarcadero Balboa Park/BART
L Taraval logo.png L Taraval 1919 Embarcadero San Francisco Zoo
M Ocean View logo.png M Ocean View 1925 Embarcadero Balboa Park/BART
N Judah logo.png N Judah 1928 4th and King/Caltrain Ocean Beach
T Third St logo.png T Third Street 2007 West Portal Sunnydale

Quelle: Wikipedia

 

 

 

Die Fahrzeuge:

 

In den späten 1970er Jahren wurden eine grosse Anzahl Triebwagen von Boeing Vertol beschafft. Obwohl diese Fahrzeuge mit einer Reihe von Kinderkrankheiten behaftet waren verkehrten die letzten Exemplare doch bis 2002.

 

In den Jahren 1996 - 2002 wurden die Boeing-Triebwagen durch 151 Fahrzeuge des Typs AnsaldoBreda komplett ersetzt.

 

Breda LRV

 

Anzahl

151

Inbetriebssetzung

1096 - 2002

Spurweite

1435 mm

Achsfolge

Bo'+Bo'+Bo'

Totale Länge

22,8 m

Sitzplätze

60

Stehplätze

nicht bekannt

Höchstgeschwindigkeit 80 km/h

Erbauer:

Ansaldo/Breda

 

Leider verfüge ich über keine brauchbaren Bilder. Die Boeing-Triebwagen sind ausrangiert und von den AnsaldoBreda Stadtbahnwagen habe ich ebenfalls keine eigenen Bilder hier zwei Bilder, die ich bei Wikipedia gefunden haben.

 

San Francisco Cable Cars

Geschichte

Cablecar San Francisco
Foto: Pietro Pretto

Nachdem die Technik, Schienenfahrzeuge über laufende Zugseile anzutreiben, bereits in den Goldminen Kaliforniens mit Erfolg angewendet wurde, kam der Ingenieur Andrew Hallidie auf die Idee, diese Technik auch für den Transport von Personen nutzbar zu machen. Nach und nach wurde der schwierige und gefährliche Lasttransport durch Pferde auf den steilen Straßen von San Francisco damit ersetzt. Das war die Geburtsstunde der Cablecars in San Francisco.

 

1874 wurde die California Street Cable Railroad gegründet. Die erste Linie dieses Unternehmens verlief auf der California Street und ging 1878 in Betrieb. Sie ist als einzige der Linien aus den Anfängen, die bis heute in Betrieb ist. 

 

Das Erdbeben von 1906 und der Fortschritt durch motorisierte Verkehrsmittel aller Art, stellte den Fortbestand der Cablecars in Frage, bis sie schliesslich im Jahr 1964 unter Denkmalschutz gestellt wurden. Heute existieren noch drei Linien. Eingesetzt werden 40 Wagen auf einem Schienennetz von 17 km, angetrieben von einem 650 PS Elektromotor über ein einmaliges und weitreichendes System von weit über 600 Flaschenzügen und Tausenden von Kabelrollen und Zahnrädern.

Video: Pietro Pretto

Eine besondere Atraktion ist jeweils das Drehmanöver (Turnaround) an der Endstation. Die Drehung auf einer kreisrunden Platte wird von Hand mit Muskelkraft vorgenommen.

Die Technik der Cablecars

Powerhouse
Ein Blick in das Maschinenhaus (Powerhouse)

Der Antrieb der Cablecars ist verblüffend einfach:
Hebelstange und Greifer, Kabel und Kabelkanal, Bremsen und Maschinenhaus sind die wichtigsten Begriffe um das Cablecar-System zu erklären.


Ein endloses Kabel (Drahtseil) in  einer Endlosschleife verläuft versenkt in einem Kabelkanal. Um die Kurven herum und über die Hügel wird das Kabel von Scheiben und Umlenkrollen gelenkt.


Gebremst werden die Cablecars mit drei unabhängigen Bremssystemen:

  • Eine Klotzbremse, welche vom Führer mit einem Fusspedal betätigt wird;
  • Legt der Führer einen zusätzlichen Hebel um wird der Wagen durch eine  Schienenbremse in Form eines Holzklotz gebremst;
  • Die Notbremse besteht aus einem Stahlkeil der den Schlitz des Kabelkanals blockiert.


Angetrieben wird das ganze Bahnsystem von einem 375 KW starken Elektromotor, der im Maschinenhaus (Powerhouse) steht. Über riesige Trommeln und Scheiben laufen die Kabel der vier Linien und werden dauernd gespannt.
Auf den Wagen greift eine Hebelstange mit eine Klaue auf das mit einer kontanten Geschwindigkeit von 15 km/h zu. Der Wagenführen, genannt „Grip Man“ kann mit der Hebelstange 3 verschiedene Positionen einstellen:

  • „Frei“
  • „Schleifen“
  • „Greifen“


Bei „Frei“ und „Schleifen“ wird der Wagen gebremst bzw. angehalten wird, setzt sich in Bewegung, wenn auf „Greifen“ gestellt wird.

 

Die Bilder:

Hier nun einige Bilder, die von meiner Tochter Regula und ihrem Mann Pietro Pretto gemacht wurden. Ihnen sei hiermit herzlich gedankt.